Iris Bouhra – Freie Autorin

Yaser aus Almayadeen

Um die Authenzität von Yasers Text zu erhalten, habe ich keinerlei Änderungen daran vorgenommen.

Hier können Sie Yasers Geschichte in arabischer Sprache lesen: ياسر من الميادين

Mein Name ist Yaser und ich bin 25 Jahre alt. Ich bin in Almayadeen geboren. Sie ist eine Stadt im Osten, in der ich meinen ganzen Leben gelebt habe. Ich lernte in meiner Stadt bis Gymnasium. Dann bin ich nach Aleppo umgezogen, damit ich an der Universität studiere. In 2014 habe ich mein Studium beendet. Wegen des Krieges habe ich nie gearbeitet.

Ich habe viele Freunde. Meine Familie ist ziemlich groß. Sie besteht aus meinem Vater, meiner Mutter und sieben Geschwister. Ich habe in meiner Freizeit viele Aktivitäten getan. Zum Beispiel: mit Freunde treffen, nach Restaurant oder Cafés gehen und Fußball spielen.

Religion

Meine Religion ist Islam, die für mich alles meint. Ich bin stolz auf meine Religion. Ich habe von Islam Liebe, Respekt und anderen Menschen helfen gelernt. Die Politik habe ich nie gemocht, weil die Politik aus Lüge und Betrug besteht. Bevor den Krieg war unser Leben in Syrien allgemein gut aber nicht sehr einfach. Es gab viele Schwierigkeiten. Es gab viele Korruption in dem Regime. Aber für mich war das Leben sehr fantastisch. Ich war zufrieden mit meinem Leben in Syrien. Ich dachte nie meine Heimat zu verlassen.

In 2011 passierte etwas in Tunesien, als Mohamad Bouazizi sich verbrennen hat. Das Regime hat in Tunesien gefallen. Dann begannen die Ereignisse in Ägypten und die Menschen demonstriert. Zwischenzeitlich passierte etwas in Dara, wenn das Regime kleine Jungen verhaftet hat. Dann liefen die Ereignisse von Stadt nach anderer. Mit vielen Demonstrationen begannen die Menschen ohne Waffen tragen. Aber das kriminelle Regime schlug, verhaftete und tötete Leute. Dann haben die Ereignisse sich nach Krieg verändert. Viele Leute kämpften gegen dem Regime. Die Schlimmste im Krieg ist der Tod, die Zerstörung, der Ruin und die Leute verlieren, die wir ihr sehr lieben. In der Mitte des Jahres 2015 habe ich entschieden, nach Deutschland gekommen zu sein, weil ich nicht arbeiten und leben konnte und das Leben wurde sehr schwer. Wir sind von Syrien in die Türkei gegangen. Wir trugen mit uns nur unsere Erinnerungen über unsere Heimat.

In der Türkei sprachen wir mit Personen ab, nach Griechenland mit einem Boot zu nehmen. In Griechenland haben wir drei Tage gewartet. Danach sind wir nach Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich  gegangen. Von Wien haben wir nach München mit dem Zug gefahren. Wir blieben in dieser Reise 18 Tage. Wenn ich nach Deutschland erreichte, empfand ich die Sicherheit. Ich wohnte in Würzburg bis heute.

Nach einem Jahr bin ich besser geworden. Gott sei Dank, dass meine Familie in Syrien gut ist. Ich hoffe, dass sie immer gut bleibt, dennoch bombardiere die Militärflugzeuge meine Stadt immer. Ich habe immer das Heimweh und ich hoffe, dass ich kann irgendwann nach Syrien zurückkehren. Weil die Heimat für mich ein Ort und viele Gefühle ist. Heimat ist der Ort, an dem ich immer glücklich bin. Heimat ist der Ort, den ich nicht vergessen kann. Heimat ist die Leute, mit ihnen ich immer zufrieden und entspannt bin. Aber Heimat ist noch mehr. Die Erinnerung gehört immer dazu.

Wenn jemand mir nach meinen Träumen fragt, weiß ich nicht, was ich sagen soll. Aber jetzt weiß ich. Mein Traum ist, dass ich mit meiner Familie und die Personen, die ich liebe, leben können. Ich träume immer meine eigene Familie und viele Kinder zu haben. Ich hoffe; dass ich meinen Traum irgendwann begegnen kann. Der Traum, der jetzt unmöglich ist.